Helmut-Bockelmann-Hilfsinitiative in Scharnebeck
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Fördermaßnahmen und Hilfeleistungen

 

Bis zum 30.12.2019 haben wir Hilfeleistungen in Höhe von € 8725,00 ausgezahlt.

 

Barhilfen an bedürftige Familien in Scharnebeck (Kauf von Lebensmitteln)

Förderung der Lerncoachies in der Grundschule Scharnebeck

Schüleraustausch der Oberschule am Schiffshebewerk mit Frankreich und Polen

Zuschuß zu einer Gleitsichtbrille

Mietzuschuß für eine bedürftige Familie

Barhilfen zu Weihnachten an bedürftige Personen

 

Bericht der Oberschule zum Besuch in Lommel (Belgien)

Hallo Herr Daerner,
nachdem die Weihnachtszeit vorbei ist und die Zeugnisse geschrieben sind, habe ich endlich Zeit, Ihnen einen Bericht über unsere Lommel-Fahrt zum Soldatenfriedhof in Belgien, der größten deutschen Kriegsgräberstätte in Westeuropa, zukommen zu lassen. Für die Schüler der H 10a des Hauptschulzweiges der Oberschule Scharnebeck und auch meine neue Kollegin, Frau Sach, die erst seit dem Sommer an unserer Schule ist, war diese Fahrt – wie so oft – ein sehr eindrucksvolles Erlebnis. 
Wir waren auf der Hinfahrt wieder im Kriegs- und Widerstandsmuseum in Overloon (NL), haben natürlich eine Friedhofsführung gemacht, eine Zeitzeugin getroffen sowie die KZ-Gedenkstätte Breendonk und die Hauptstadt Brüssel besucht. Wir haben uns in der Jugendbegegnungsstätte selbst versorgt, was alle Schüler – trotz der Mehrarbeit – als sehr positiv empfunden haben.
Da wir diesmal auch 5 Flüchtlingskinder dabei hatten, für die es recht aufwendig war, Reisedokumente über die Ausländerbehörde zu besorgen (zum Glück haben wir unseren Schulsozialarbeiter, der uns dabei tatkräftig unterstützt hat), war es für alle Schüler auch sehr beeindruckend, dass wir auf unserer Reise von Deutschland über die Niederlande nach Belgien und zurück nicht einmal kontrolliert wurden. Da wir in Brüssel auch eine Führung durch das EU-Parlament hatten, war neben den geschichtlichen Aspekten auch die EU und ihre positiven Seiten ein wichtiges Thema: neben der Reisefreiheit die gemeinsame Währung oder das günstige Telefonieren in die Heimat.
Das Museum in Overloon hat in diesem Jahr bei den Schülern nicht so viel Eindruck hinterlassen wie sonst, da wir durch eine Bus-Panne dort nur eine knappe Stunde Zeit hatten. So waren die Schüler v.a. von den vielen historischen Militärfahrzeugen beeindruckt, die dort ausgestellt sind.
Die Friedhofsführung hat die Schüler wieder sehr beeindruckt. Lucas (16) schrieb dazu: „Ein Friedhof ist eigentlich nichts Schönes, aber es ist wichtig, dass man nicht vergisst, was ein Krieg für Folgen hat.“ Niklas (16) fand erschreckend, dass „… die 40.000 toten Soldaten nicht mal 0,1% aller Getöteten“ waren. Für Sükran (17) war schlimm, dass „... viele von ihnen junge Leute in meinem Alter, die Soldaten waren und starben...“. 
Mahid fand das Zeitzeugen-Treffen „sehr interessant, da die Frau über ihren Vater erzählt hat, was er im Krieg erlebt hat und in ein Heft geschrieben hat, wie er in einer Kohlefabrik Zwangsarbeiter war und von Soldaten bombadiert wurde.“ Raphael (15) fand es „gut, dass sich die Frau traut, die Geschichte von ihrem Vater immer wieder zu erzählen, weil das echt schlimm war…“.
Breendonk hat eigentlich alle Schüler richtig gepackt. Lucas meinte dazu: „ich finde es eigentlich schrecklich, so etwas zu sehen und mir vorzustellen, wie es den Menschen hier erging. Trotzdem finde ich es wichtig, so etwas für die Nachwelt zu erhalten, damit nicht nochmal eine solch schreckliche Person an die Macht kommt.“ Joon (17) hat das „echt mitgenommen, was die Menschen dort einstecken und aushalten mussten. Am meisten schockiert hat mich, als wir durch die Schlafräume gegangen sind und gesehen haben, wie die zusammengepfercht waren.“ Ina (16) fand, dass „… man mitfühlen konnte, wie die Menschen dort behandelt wurden.“  Sie findet, „dass jeder seine Meinungsfreiheit haben sollte und es ist schrecklich, dass dort Menschen gequält wurden, nur weil sie eine eigene Meinung hatten.“
Auch Brüssel hat die Schüler begeistert. Yousuf (16) war erstaunt, „... wie schön die Häuser in Brüssel sind, das hatte ich mir ganz anders vorgestellt.“ Joelina (16) meinte: „ich musste dort zwar auf Englisch reden, aber das hat ganz gut geklappt – dachte ich gar nicht.“ Julia (17) fand die Führung durch das EU-Parlament ganz gut, „… aber im Plenarsaal wurde es besser und spannender.“ Außerdem hat ihr das Atomium sehr gut gefallen, sie „… war erstmal erstaunt, wie groß das Atomium ist.“
Daneben haben waren wir auch im Center Parc Schwimmen, was alle Schüler sehr begeistert hat. Das gemeinsame Kochen und Essen haben auch viele Schüler hervorgehoben, da sie das zuhause wohl oft nicht mehr in dem Maße erleben. Yousuf fand gut, dass sich ein „… paar Schüler sogar um halal Essen gekümmert haben.“ 
Natürlich sind wir nachwievor sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung durch die Bockelmann-Stiftung. Ohne das wäre so ein umfassendes Programm für uns gar nicht zu finanzieren. Und die Schüler nehmen so viele wertvolle Erfahrungen mit von dieser Fahrt, die bestimmt noch lange nachwirken werden. In diesem Jahr nicht nur für das Geschichtsverständnis, sondern auch für die politische Einstellung.
Für mich ist es immer wieder toll zu sehen, wie sehr sich die Schüler von Dingen bewegen lassen, die sie eigentlich auch schon im Unterricht gelernt hatten – aber der Zugang durch so eine Fahrt vertieft diese Erkenntnisse nochmal.

Mit freundlichen Grüßen   Torsten Bening (Klassenlehrer H 10a)